Wiede dein Todestag

Einmal mehr hat sich dein Todestag gejährt. Ein weiteres Jahr indem du nicht mehr bei mir warst. Ein weiteres Jahr wo die Erinnerungen an dich mich immer noch ab und an quälten. Es fällt schwer nicht in Tiefe Trauer zu fallen wenn ich an dich denken muss.

 Warum Phil?

Ein Leben lang wird mich die Frage quälen ob ich mit ein Auslöser für deinen Selbstmord war. Aber diese Frage lässt du offen.

Ich redete mit einem Freund darüber, dabei ertappte ich mich selber weshalb ich den Mut selbst nicht verliere: Ich träume davon dich nach meinem Tod wieder zu sehen, du und ich in der Ewigkeit vereint. Wenn nicht in diesem Leben, dann nach dem Tod.

 Meine letzten Gedanken werden dir gehören.

In tiefster liebe

Dein F.

1 Kommentar 4.11.11 12:51, kommentieren

Isolation

Lange her, dass ich bei dir war - entschuldige. Vielleicht aber, wollte ich dich mal wieder verdrängen. Es geht aber nicht. Letzte Woche wärst du 26 geworden, so alt war ich, als ich dich kennen gelernt habe.

Seit Anfang des Jahres geht es mir schlecht. Antriebslos, verzweifelt und unendlich müde. Jetzt bekomme ich noch ein zusätliches Medikament. Einen "Hammer" wie man so schön sagt. Du hattest es auch und es war ein Medikament das du auch für deinen Selbstmord verwendet hast. Ironisch oder?

Wie schon früher geschrieben, ich hab mich Isoliert. Eigentlich habe ich keine Freunde mehr. Niemanden mit dem ich offen reden kann. Man bezichtigt mich der Lüge, nur weil ich falsch verstanden werde. Sie sind alle zu blöd, meinen Sarkasmus zu erkennen wenn ich über mich erzähle. Ich verarsche mich doch nur selbst, weil ich schon gar nicht mehr über mein Leben weinen kann.

Obwohl ich soweit handlungsfähig bin, stimmt etwas in der letzten Zeit ganz gewaltig nicht. Es "fühlt" sich so anders an. Ich kann es nicht genau beschreiben. Es bleibt eigentlich stabil, geht nicht weg und das jetzt schon seit ein paar Wochen. Ich schlafe schlecht und bekomm wieder extrem Pickel. Immer ein Anzeichen für Stress - nur welchen Stress?

An was liegt es? Das verheimlicht mir mein Unterbewusstsein. Ich vermisse dich nicht mehr und nicht weniger als vorher. Das mit meiner Ex-Freundin ist auch schon lange her und das mit den Freunden.... naja.

Kommt es jetzt hoch? Ich weiß es nicht Phil und du bist nicht da um mir zu helfen. Niemand ist da. Aber beschwären brauch ich mich ja nicht. Immerhin wären ja Angebote da, aber ich nehme sie nicht an.

Erschreckender Weise, war ja in früheren Zeiten, mein Ziel mich von allen Leuten loszulösen, damit ich gehen kann. Hohle ich das jetzt nach?

Ich kann nicht beuurteilen ob ich mich so stark verändert habe. Ich weiß es nicht. Ich bin ja nur ich und kann mich nicht von aussen sehen.

Nein, nein. Ich hoffe das dass neue Medikament etwas bringt. Am schönster wäre gleich so eine ausgeprägte Manie. Das wär mal wieder was. Raus in die Welt und die Weltherrschaft an mich reissen .

Ach Phil...

1 Kommentar 2.6.10 07:30, kommentieren

Oh Gott, wie oft den noch

Es war soviel schöner, wie du noch da warst Phil. Ich frage mich, ob wir heute, Silvester zusammen gefeiert hätten.

 

Wieder ist ein Jahr ohne dich vergangen. Wieder sitze ich an diesem Tag hier und wieder bin ich allein. Die Schuld liegt eindeutig bei mir, habe ich doch nichts unversucht gelassen, mich sozial zu isolieren. Viele wollten mich auf Ihrer Party dabei haben, aber ich hab abgesagt. Ich werde schlafen gehen. Einfach schlafen.

Meine Psycho Tante hatte es mir ja Phrophezeit, dass es um die Jahreswende wieder schlimm wird. So wie jedes Jahr. Warum zu dieser Zeit? Warum überhaupt? Ich bin mit meinen Medikamenten auf die höchste Dosis gegangen. Nichts. Keine Veränderung. Mischzustände noch und nöcher.

 Lag das alles mit deinem Tod zusammen? Irgendwie nahm es da seinen Anfang, diese Extreme. Habe ich es verdängt? Immerhin hab ich meiner Tante davon auch nichts gesagt. Wir sprachen über deinen Tod, mehr aber auch nicht. Wieso arbeitet mein Unterbewusstes ständig gegen mich.

Und wieder: Die Kraft verlässt mich erneut. Die Kraft weiter zu machen. So wie bisher. Tief in inneren weiß ich, dass es irgendwann nicht mehr sein wird, das ich hier bleibe.

War nie geschaffen für diese Welt. Wahrscheinlich ging es dir vor einem Jahr genauso. Ich bereue es so sehr, nicht für dich da gewesen zu sein. Dich so kurz verpasst zu haben. Du wärst dann wahrscheinlich noch am Leben und jetzt mit mir zusammen.

 

Frohes neues Phil!

 

 

31.12.09 14:29, kommentieren

Ein neuer Versuch

Mein Lieber,


wie du siehst, hab ich mich wieder gefangen. Es war hart, aber ich habe es mal wieder gepackt. Der Dämon "Depression" hatte mich einige Tage fest im Griff doch irgendwann raffte ich mich wieder auf.

Ich habe sogar einen neuen Freund. Mit Dir kann ich ihn schwer vergleichen, was ja auch überhaupt nicht geht. Er ist aus einer anderen Schicht und ich glaube nicht so Tiefsinnig wie du. Er trinkt und macht viel Party. Eigentlich suchte ich ja so jemanden, einen der einfach lebt, denn mit alle den "Kranken" mit denen ich eine Beziehung hatte (ja, da gehörst du dazu ) hat es ja nicht funktioniert, da ich ja in meinen Depressionen ein ziemliches Arschloch sein kann.

Dennoch stellte sich bei ihm jetzt heraus, dass er auch nicht so lebt. Der Alk und die Partys sind meiner Meinung nach nur eine Flucht, den er hat auch Probleme im Speziellen eine Arbeit zu finden. Seine Familie hat mich herzlich aufgenommen. Es sind wahnsinnig liebe und tolerante Menschen (nicht so wie unsere Eltern). Fast eine neue Welt für mich. Stören tut mir nur ihr Fernsehkonsum - hey dieses blöde Ding läuft ständig und ständig ziehen die sich irgendeinen Mist rein.

Aber es ist mir egal. Es ist vielleicht genau diese "Einfachheit" die ich suche. Den das Anspruchsvolle macht mich nur fertig und es hat auch uns fertig gemacht. Am Schluss haben wir zwar immer über all den Wahnsinn in dieser Welt gelacht, aber unter dem Strich waren wir doch darin gefangen. Gut, ich bin es immer noch, versuche jedoch durch eben meinen neuen Partner ein Stück "Normalität" zu erreichen.

Fragwürdig ob mir das gelingt. Langsam glaube ich, ich ziehe immer "Problemmenschen" an. Meine Therapeutin hat mir ja gesagt, dass sich gleiches immer irgendwie findet. Also: Ein Irrer findet einen Irren.

Ich ergebe mich der Macht des Schicksals. Ich bin es leid und nicht zuletzt Müde nach dem Ultimativen zu suchen. Jetzt versuche ich so ein wenig Frieden zu finden.

Es bleibt natürlich nicht aus, dass ich ab und an an dich denken muss wenn ich mit ihm im Bett liege. Aber ich weiß, dass du mir nicht böse bist.

Ich hab jetzt noch ein Foto von dir aufgehängt. Es ist das von meiner Geburtstagsparty 2008. Schade, es ist eins der wenigen Fotos wo wir beide drauf sind und ich sehe nicht gerade Vorteilhaft aus
Ich habe deinen Geburtstag und dein Todestag vermerkt, dass, wenn ich alt und beschränkt werde, nachlesen kann von wann bis wann du gelebt hast. Auch das Zitat aus deiner Parte hab ich übernommen.

Ich war damals, als ich sie bekam, schon etwas sauer auf deine Eltern - warst du doch kein Gläubiger Mensch - Wie auch, wenn dir der Gottvater sowas antut. Jedenfalls hab ich es angepasst:

Menschhilfe konnte Dich nicht retten,
Du allein nahmst Dir den Schmerz.
Tiefgebeugt musste Ich Abschied nehmen,
Tief in Trauer um dein liebes, gutes Herz.


Phil: Auch wenn ich jetzt wieder einen Partner habe, du wirst immer deinen festen Platz in meinem Herzen haben. Solange bis ich sterbe und dann sehen wir uns wieder. Zwar nicht auf einer Wolke, aber in irgendeiner Form. Warte auf mich

F.

7.12.09 18:21, kommentieren

Vielleicht hattest du Recht

Mein Lieber,


in ein paar Wochen ist das Jahr wieder vorbei. Was ist bei mir passiert?? Nichts!


Ich glaube du hattest Recht. Vielleicht sehen wir uns ja schon sehr bald. Mach mir die Tür auf. In diesem Leben konnten wir nicht zusammen sein, vielleichta ber in der Ewigkeit...

 F.

1 Kommentar 17.11.09 23:21, kommentieren

Relativ

Hi Phil,

 

so, an "deinem Tag" hab ich mich mit deiner Freundin getroffen. Sie konnte mir noch ein paar letzte Fragen beantworten. Auch wusste ich nicht, das, als man dich fand, du noch am Leben warst und ein paar Stundenspäter im Krankenhaus gestorben bist.

Ich bin auch an deiner Wohnung vorbei gefahren, hielt an und sah durchs Fenster. Der jetztige Bewohner, ein älterer Mann, sah mich, blieb stehen und sah mich weiter an. Hoffentlich meinte er nicht, ich wolle was böses. Aber es ist auch egal. Er wohnt jetzt da, dort wo du viele Jahre verbracht hast, wo wir viele schöne Momente erlebt haben. 

Ich vermisse dich

F.

9.11.09 08:24, kommentieren

Dein Todestag

Wahrscheinlich um diese Zeit vor einem Jahr bist du auf deiner Couch gesessen. Hast geraucht und vielleicht auch Musik gehört. Die Depression hatte dich voll im Griff, du musst total verzweifelt gewesen sein.

Hast du auch geweint?

Irgendwann in den nächsten Stunden ist es genau ein Jahr her, dass dein Lebenslicht verloschen ist. Der letzte Glanz aus deinen Augen wich  und der letzte Atemzug aus deinen Lungen kam. Heute vor einem Jahr hast du deine Familie, deine Freunde und mich für immer verlassen.

Das Loch das du hinterlassen hast, wird niemals gestopft werden können. Die Wunden die du meiner Seele zugefügt hast auch nicht. Mein Leben lang wird mich der 24. Oktober begleiten. 

 Meine Gedanken sind an diesem Tag bei dir, mein Schatz.

Irgenwann werden wir uns wieder sehen!

F.

24.10.09 20:00, kommentieren